Entlang der gesamten Wertschöpfungskette wurden im Berichtsjahr Prozesse verbessert, moderne Technologien wie künstliche Intelligenz integriert und Kapazitäten in Entwicklung und Fertigung erweitert. Die Vernetzung innerhalb des internationalen Fertigungsverbundes wurde deutlich verbessert, um Synergien zu heben und die globale Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.
Im Geschäftsjahr 2025 hat STIHL mit der Eigenfertigung von EC-Motoren einen bedeutenden Schritt zur Stärkung des Akku-Segments vollzogen. Die Entscheidung erhöht die Unabhängigkeit von externen Lieferketten, schafft Kostenvorteile sowie technologische Alleinstellungsmerkmale und wirkt sich positiv auf die Fertigungstiefe bei Batterie-Produkten aus.
Kern der Umsetzung ist eine vollverkettete, hochautomatisierte Produktionsanlage, die den modularen Aufbau eines EC-Motor-Baukastens ermöglicht. Die ersten Testphasen der neuen Produktionslinie verliefen erfolgreich. Ab 2026 entstehen am deutschen Standort in Waiblingen Hochleistungsmotoren für professionelle Akku-Geräte auf modernsten Anlagen.
Der neue Akku-Trennschleifer STIHL TSA 300 ist das erste Profi-Akku-Produkt, das bei STIHL in einer hochmodernen, flexiblen Matrixmontage gefertigt wird. Diese Struktur ersetzt das klassische Fließband durch ein fahrerloses Transportsystem für eine lose Anordnung von Arbeitsplätzen und Automatikstationen. Auf diese Weise lassen sich unterschiedliche Produkte ohne manuelles Umrüsten montieren. Die Kombination aus manueller Montage und flexibel automatisierten Prozessen steigert die Anpassungsfähigkeit – ein entscheidender Vorteil in Zeiten schwankender Märkte.
Mit SPOM (STIHL Production Operation Management) hat STIHL im Berichtsjahr eine intern entwickelte Plattform weiter ausgerollt, die zentrale Anwendungen wie Produktionssteuerung, digitale Wartung, Checklisten, Maßnahmenmanagement und Verpackungsmanagement in einem Implementierungskonzept bündelt. Dies führt zu einer vereinfachten Bedienung, geringeren Fehlerquoten und insgesamt effizienteren Prozessen.
SPOM ist eng an das zentrale ERP-System S/4HANA angebunden und unterstützt sowohl globale Abläufe als auch Prozesse direkt in der Produktion und in den Werkstätten. Die Plattform soll schrittweise an allen Produktionsstandorten eingeführt werden und bildet die Grundlage für eine weltweit einheitliche, vernetzte Smart Factory, die die Stärken der einzelnen Standorte vorteilhaft nutzt.
Erste Ergebnisse konnten bereits in der Schweiz beobachtet werden: Durch SPOM wurden manuelle Arbeitsschritte – etwa bei der Ölentfernung und beim Zahnschleifen – deutlich reduziert. Die Produktivität steigt, gleichzeitig werden Mitarbeitende entlastet. SPOM ist damit ein zentraler Baustein für die zukünftige Leistungsfähigkeit der Produktion.
Im Sommer 2025 hat STIHL Brasilien eine neue Montagelinie für Blas- und Sprühgeräte in Betrieb genommen, die die Produktionsleistung im Zweischichtbetrieb um bis zu 28 Prozent steigert und perspektivisch bis zu 100.000 Einheiten pro Jahr ermöglicht. Die modulare und flexible Linie erlaubt eine effiziente Umrüstung auf verschiedene Modelle und senkt Implementierungskosten.
Parallel wurde die internationale Zusammenarbeit im Werkzeugbau gestärkt: STIHL Brasilien und das STIHL Magnesium-Druckgusswerk in der Eifel haben gemeinsam ein komplexes Magnesium-Spritzgießwerkzeug entwickelt, das Präzision und Effizienz steigert. Dies stärkt den Ausbau der Produktionskapazitäten sowie die Wettbewerbsfähigkeit von STIHL in der Region und ermöglicht eine schnellere Reaktion auf Marktanforderungen. Die Kombination aus moderner Fertigungstechnologie und internationaler Zusammenarbeit fördert den Wissensaustausch zwischen den Standorten und unterstützt die kontinuierliche Weiterentwicklung von Produkten und Prozessen.
Seit 2025 setzt STIHL KI-gestützte Anwendungen ein, um Abläufe in Produktion und Instandhaltung effizienter, zuverlässiger und fehlerfreier zu gestalten. Die einzelnen Technologien greifen dabei gezielt ineinander und bilden ein integriertes System zur Prozessoptimierung.
Ein anschauliches Beispiel liefert das Kettenwerk in der Schweiz: Ein KI-Modell erkennt fehlerhafte Nietverbindungen automatisch, beschleunigt die Qualitätsprüfung und reduziert somit Ausschuss. Aufbauend auf diesen Daten verknüpft der digitale Assistent „SIA – STIHL Info Agent“ verschiedene Quellen, verbessert das Informationsmanagement und verhindert Informationslücken. KI-gestützte Analysen identifizieren darüber hinaus Muster und Abweichungen in den Qualitätsdaten, sodass die Produktionsabläufe kontinuierlich optimiert werden können.
Auch in der Instandhaltung wirken die KI-Anwendungen vernetzt: Eine vorausschauende Überwachung erkennt potenzielle Störungen frühzeitig und minimiert ungeplante Stillstände. Online-Monitoring stellt jederzeit aktuelle technische Informationen bereit, während ein Chatbot Wartungsabläufe standardisiert und so die Anlagenverfügbarkeit nachhaltig erhöht.