Grüner Gürtel
Das Gelände rund um das neue Werk wurde naturnah gestaltet. Ein Waldstück aus Mirabellenbäumen blieb erhalten, rund 250 zusätzliche Bäume wurden gepflanzt. Auch die Dächer der Gebäude wurden begrünt.
Ein eigener Standort, an dem ausschließlich Akku-Packs und -Geräte gefertigt werden – STIHL setzt mit dem neuen Werk in Rumänien ein klares Zeichen für seine strategische Wende hin zur Batterietechnologie. Im Oktober 2025 wurde es eingeweiht und soll vor allem die steigende Nachfrage nach Akku-Produkten auf dem europäischen Markt bedienen.
Das neue Werk in Oradea bildet das europäische Akku-Kompetenzzentrum für STIHL: Hier sollen bis 2028 1,7 Millionen batteriebetriebene Produkte und 1,8 Millionen Akku-Packs pro Jahr gefertigt werden.
Aktuell laufen Blasgeräte sowie AP-Akku-Packs von den Bändern, in Zukunft kommen Gehölzschneider, Motorsägen und weitere Produkte hinzu.
„Diese Investition bedeutet Arbeitsplätze, Spitzen-technologie und einen echten Know-how-Transfer.“
Ilie Bolojan Premierminister von Rumänien
In der Universitätsstadt nahe der Grenze zu Ungarn sind die Bedingungen für Investoren ideal: Eine hervorragende logistische Anbindung und moderne Infrastruktur sprechen für Oradea, außerdem unterstützen die Stadt und regionale Behörden Großprojekte. Bürgermeister Florin-Alin Birta betonte bei der Werkseinweihung die Offenheit für Innovation, Leistungsorientierung und internationale Zusammenarbeit: „Als Stadtverwaltung unterstützen wir Investitionen, die einen Mehrwert für die Gemeinschaft bringen – immer im Bewusstsein, dass ein dynamisches wirtschaftliches Umfeld der Motor für Wohlstand ist.“ Premierminister Ilie Bolojan sieht in der Investition von STIHL ein starkes Signal, das zeige, dass Rumänien ein verlässlicher Partner und ein wettbewerbsfähiger Industriestandort sei.
700 Menschen sollen bis 2028 im neuen Werk Arbeit finden. Auch dafür sind die Voraussetzungen bestens, denn die örtliche Universität bietet Studiengänge unter anderem in Robotik, Ingenieurwissenschaften und International Business an.
„Mit Geothermie habe ich beste Erfahrungen gemacht. Deshalb freut es mich besonders, dass wir sie hier in einem Großprojekt umsetzen konnten.”
Hubert Kieweg Architekt und Projektleiter Bau
Als Architekt in der Bauabteilung von STIHL stand Hubert Kieweg in Oradea vor einer besonderen Aufgabe: Er verantwortete nicht nur den Bau sämtlicher Gebäude und der gesamten Infrastruktur des neuen Standorts – er sollte zugleich das erste STIHL Werk realisieren, das nach den anspruchsvollen Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert wird. Das ehrgeizige Ziel: die Stufe „Gold“.
Die DGNB bewertet nicht nur ökologische, ökonomische und soziokulturelle Aspekte des fertigen Gebäudes, sondern nimmt auch den gesamten Bauprozess unter die Lupe. Für Kieweg und sein Projektteam bedeutete das, die Baustelle so zu organisieren, dass möglichst wenig Abfall entstand und Lärm sowie Staub auf ein Minimum reduziert wurden.
Zudem umfasst die Zertifizierung den gesamten Lebenszyklus, bis hin zum Rückbau. Das spiegelt sich im neuen Bürogebäude wider: Die Elementfassade besteht aus Holzrahmen, die aus Brandschutzgründen verkleidet wurde. Die Wahl fiel hierbei bewusst auf Metall, da es besonders gut recycelbar ist. Auch die Mineralwollschicht wurde nicht wie üblich verklebt, sondern mit einem Klemm-Mechanismus befestigt. Hubert Kieweg: „Wir haben so geplant, dass nachfolgende Generationen vernünftig rückbauen können, nicht nur das Bürogebäude, sondern alle Fassaden und Dächer.“ Ein Baukonzept, das weit über die Gegenwart hinausdenkt.