Szene 1: Die begrünte Fassade eines modernen Gebäudes. Szene 2: Ein Mann legt Schutzausrüstung von STIHL an. Szene 3: Von einem Hubsteiger aus wird eine begrünte Fassade mit einem Heckenschneider beschnitten. Szene 4 zeigt ein mit Photovoltaik bedecktes Dach. Szene 5: Eine Person stutzt die Dachbegrünung mit dem Freischneider.

Die Zukunft wurzelt im Detail

Nachhaltigkeit Innovation Akku/Batterie

Die Fassade eines Gebäudes mit Pflanzen zu begrünen, ist eine Sache. Dafür zu sorgen, dass die Idylle langfristig wächst und gedeiht, eine andere. Ein Besuch bei einem der grünsten Gebäude der Niederlande.

Eine Fassade, die mitwächst

Schon von Weitem fügt sich die Aeres University of Applied Sciences fast nahtlos in die Landschaft am Weerwater-See ein. Erst beim Näherkommen erkennt man, dass das Gebäude selbst ein Stück Natur geworden ist: Die Fassade ist kein statisches Element, sondern ein Ökosystem aus tausenden Pflanzen, das Schatten spendet, die Temperatur reguliert und Lebensraum schafft.

Dass die Hochschule auf innovative Lösungen setzt, überrascht nicht. Wer hier studiert, beschäftigt sich täglich mit Klimaanpassung, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Gesundheit. Daher ist es nur konsequent, dass auch die Architektur des Gebäudes diese Themen sichtbar machen soll.

60.000
Liter Regenwasser werden auf dem Dach gespeichert.
400
Solarmodule befinden sich auf dem Dach.
12.000
Pflanzen wachsen an der Fassade.

Ganzheitlich geplant

Von Beginn der Gebäudeplanung an wurde ein interdisziplinäres Team eingebunden, darunter Mitarbeitende des Landschaftsbauunternehmens Ginkel Groep, die besonders erfahren sind im Begrünen von Dächern und Fassaden. Das Gewicht von sechs Bäumen, 2.000 Pflanzen samt Erde, 400 Solarmodulen sowie ein Speicher für 60.000 Liter Regenwasser musste in der Statik des Daches berücksichtigt werden.

Die Gebäudehülle selbst ist aus Stahl, die Fassade aus recycelbarem Biokomposit. Die Pflanzen für die Fassade wuchsen in einer Baumschule in speziellen Modulen an und wurden anschließend in die Tragkonstruktion eingeklickt. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich die Außenseite des Gebäudes so in ein dichtes, grünes Band.

Gärtner auf Dachgarten nutzt langen Hochentaster zum Schneiden eines Baums neben einer Treppe unter klarem Himmel.

Gepflegtes Grün

Viermal im Jahr rückt das Pflegeteam der Ginkel Groep nun mit einem Hubsteiger an. Teamleiter Gert Jansen ist einer von ihnen. Mit gekonnten Handgriffen kürzt er Überstände, hält Fenster frei und sorgt dafür, dass die 12.000 Pflanzen an der Fassade gesund bleiben. Dabei setzt er auf STIHL Heckenscheren und Freischneider. Drei geladene Akkus reichen für seinen Arbeitstag.

Die Auswahl der Pflanzen – darunter Storchschnabel, Efeu, Purpurglöckchen und Cotonester – sorgt dafür, dass die Fassade das ganze Jahr über bedeckt ist und nicht nur schön aussieht, sondern auch als Klimaanlage für die Menschen im Gebäude dient. Gleichzeitig bietet die grüne Hülle Lebensraum und Nahrung für Insekten und Vögel.

Bei jedem Besuch prüft Gert Jansen auch das digitale Bewässerungssystem im Technikraum der Hochschule. Insgesamt 84.000 Liter Regenwasser werden auf dem Dach und unterirdisch gesammelt und zu den Pflanzen geleitet. Vor allem die Gewächse an der Fassade können wenig Wasser speichern und müssen konstant versorgt werden.

„Mit den leisen Akku-Geräten stören wir den Lehrbetrieb der Universität nicht – und die Ohren unserer Mitarbeitenden schonen sie auch.“

Gert Jansen Teamleiter bei Ginkel Groep
Porträtbild von Gert Jansen
2.400
Pflanzen wachsen im Innenbereich.

Tropische Luftfilter

Der nachhaltige Ansatz setzt sich im Inneren des Gebäudes fort. 2.400 tropische und subtropische Pflanzen verbessern das Raumklima und dämpfen die Lautstärke in den hohen Räumen. Marc de Jager, Projektmanager bei Ginkel Groep, hat sie mit ausgewählt: Philodendren, Monsteras und Drachenbäume. Sie seien besonders gut geeignet, um die Luft zu reinigen und Schadstoffe herauszufiltern, erklärt er. Und dass der Blick ins Grüne beruhigt und die Konzentration fördert, ist längst bekannt. Auf die Frage, ob begrünte Gebäude die Zukunft sind, antwortet de Jager mit Überzeugung: „Sie sind die Gegenwart, und wir arbeiten daran, dass aus grünen Gebäuden grüne Städte werden.“

„Eine begrünte Fassade spart Energie. Sie kühlt das Gebäude und die Sonne trifft gar nicht erst auf die Wände.“

Marc de Jager Projektmanager Gebäudebegrünung bei Ginkel Groep
Planer am Schreibtisch prüft detaillierte Architekturzeichnungen und Lagepläne mit Visualisierungen eines Projekts.

Grüne Fassaden weltweit

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